In Gedenken an Gergely Márk - Rosenmann (1923-2012)

Foto von Gergely MárkIm November 2012 ist unser hoch geschätzter, lieber Freund, der ungarische Rosenzüchter Gergely Márk von uns gegangen. Sein ganzes Leben war der Bewertung und Züchtung von Rosen gewidmet. In fünf Jahrzehnten brachte er mehr als 800 neue Sorten heraus. Er war eine Persönlichkeit von unbeugsamem Willen und eiserner Ausdauer, mit Durchsetzungsvermögen, tief gehenden Fachkenntnissen sowie vielseitigen historischen und literarischen Interessen - bei bestechendem Humor. Sein Lebenswerk ist eine würdige Fortsetzung der ungarischen Züchtertradition mit Namen wie Mihály M. Horváth, Rudolf Geschwind oder Brüder Mühle.
Nach dem Diplom (1950) an der Agrarwissenschaftlichen Universität Budapest ging Gergely Márk an das Agrarwissenschaftliche Forschungsinstitut - ebenfalls in Budapest -, wo er bis 1981 das Thema "Rose" bearbeitete. Parallel zu seiner Züchtertätigkeit baute er hier mit 2.700 Rosensorten eine der größten Rosensammlungen der damaligen Zeit auf. Mit Beginn seines Ruhestandes 1981 setzte er seine Aktivitäten mit eigener Kraft auf seinem privaten Grund, im "Garten der Ungarischen Rosen", in der Nähe von Budapest, in Törökbálint, fort.
Bis zu seiner Erkrankung waren ihm hierfür fast 30 Jahre vergönnt. Während dieser Zeit war ihm die verständnisvolle und sachkundige Unterstützung durch seine Ehefrau und auch seine Schwägerin von unschätzbarem Wert.
Mehrere seiner Sorten brachten Gergely Márk internationale Anerkennung. So erhielt seine Tee-Hybride 'Budatétény' auf der Internationalen Gartenbau Ausstellung Hamburg 1963 eine Goldmedaille. Die wohl bekannteste Márk-Züchtung 'Árpádházi Szent Erzsébet emléke' ('Heilige Elisabeth') wurde im Jahre 2000 in Rom mit einer Goldmedaille in der Kategorie Strauch- und Kletter-Rosen ausgezeichnet. Zu den zahlreichen Publikationen von Gergely Márk zählen Standard-Werke wie "Die Rose", Berlin 1962 sowie "Das Buch der ungarischen Rosen", Budapest 2004.
Über 80 Prozent seiner Züchtungen entstanden unter Freiland-Bedingungen. Beachtenswert ist der Anteil von Sorten mit überdurchschnittlicher Frosthärte. Wegen der extremen Wetter- und Klima-Bedingungen in Ungarn sind Márk-Rosen sehr robust und daher - wonach er ständig gestrebt hatte - hervorragend auch für Parkanlagen geeignet. Lang anhaltende Blütenperiode, Farbenspiel der Blütenblätter, sichtbare Pollen, oft gepaart mit einem angenehmen Duft charakterisieren seine Sorten.
Gergely Márk mit einer seiner RosenEin hervorragendes Beispiel hierfür ist die Rose 'Heilige Elisabeth'. Verdienterweise hat sie sich schnell in der Welt verbreitet.
Seine Tätigkeit wurde durch eine Reihe von hohen staatlichen und fachbezogenen Auszeichnungen geehrt.
Die größte Anerkennung für sein Lebenswerk jedoch ist die wachsende Anzahl von Márk-Rosengärten.

Einmal hat er sein Lebensziel wie folgt formuliert:
"Ich möchte die Welt schöner machen. Zur Freude der Menschen."

Unsere Hoffnung und Bestrebung ist es, für den Erhalt seines Lebenswerkes nach Kräften Sorge zu tragen.
Da er keinen Nachfolger hat, wurde im Jahre 2012 ein Großteil seiner Sorten in Ungarn sicherheitshalber auf weiteren Standorten untergebracht. Auch in Deutschland nehmen die Bemühungen um den Erhalt von Márk-Rosen zu.
Am 27. Oktober 2012, zum 89. Geburtstag von Gergely Márk konnte durch den selbstlosen Einsatz eines Filmteams die Premiere eines Márk-Dokumentar-Filmes stattfinden. Der inzwischen mit einer Goldmedaille ausgezeichnete Film hat den Titel: "Der Rosenmann".

Wir werden das Andenken des Rosenmannes, den unermüdlichen, bescheidenen und treuen Freund, in unseren Herzen bewahren.